Sportliche Regelsysteme und identitätsstiftende Praxen in der asiatisch-islamischen Welt
Prof. Dr. Birgit Krawietz
Das Projekt untersucht Gegenentwürfe zu einer im gesellschaftlichen Teilsystem des Sports sichtbaren, neuen globalisierten Weltordnung in der zeitgenössischen Islamischen Welt. Empirisch werden drei besonders dynamische und einflussreiche Zonen in den Blick genommen und miteinander in Bezug gesetzt. Dabei handelt es sich um die südostasiatischen „islamischen“ Staaten Indonesien und Malaysia sowie die Türkei und um die arabischen Golfstaaten. Ungeachtet der Tatsache, dass die Türkei und Indonesien ihrer Verfassung nach säkulare Staaten sind, erhebt die Scharia bzw. das islamische Recht in unterschiedlicher Hinsicht universale und nationale (Mit-) Gestaltungsansprüche. Andererseits hat der enorme wirtschaftliche Aufschwung der arabischen Golfstaaten in den vergangenen Jahren gerade im Bereich des Sports gewaltige Transformationsprozesse in Gang gesetzt. Es fragt sich, inwieweit die verschiedenen Regionalgesellschaften mit dieser Entwicklung Schritt halten bzw. mit welchen alternativen Entwürfen Individuen, Institutionen oder verschiedene offizielle und inoffizielle Vertreter islamischen Establishments dazu Stellung beziehen.
Ein Verbundprojekt des ZMO und des Instituts für Islamwissenschaft der FU Berlin |