Konkurrierende Leseräume. Identitätsstiftende Diskurse und Praktiken im Umgang mit Printmedien im kolonialen Indien
Heike Liebau
Im Zentrum des Projektes stehen so genannte Reading Rooms im kolonialen Indien, die als eigenständige Vereine bzw. als Bestandteile von religiösen, politischen oder professionellen Assoziationen seit Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet wurden. Sie dienten der Vermittlung von Informationen und der Förderung von Bildung und Erziehung. Gleichzeitig waren sie Sozialisationsorte und neue öffentliche Räume politischer und religiöser Einflussnahme. Das Projekt nimmt die beteiligten Akteure (Gründer, Unterstützer, Mitglieder, Nutzer) in den Blick, es untersucht die Arbeitspraktiken der Reading Rooms sowie die Inhalte der verwendeten Printmedien. These des Projekts ist, dass diese Leseräume vor allem in der frühen Phase der Entwicklung von Printmedien wichtige Orte der Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen waren und für breite Bevölkerungskreise identitätsstiftend wirkten. In einem historischen Längsschnitt wird der Entwicklung dieser Institutionen nachgespürt und ihre Ausstrahlung über ihren unmittelbaren Kontext hinaus herausgearbeitet.
|