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Dokumentation:

Abschlusskonferenz: „Living Islam in Europe: Muslim Traditions in European Contexts“

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Bericht von Nora Isabel Adjez; Fotos von Sebastian Treytnar

Keynotelecture l 1. Tag l 2. Tag

7 Mai 2009, 19.30 Uhr, Simon-Bolivar-Saal
Keynotelecture der Konferenz von Peter P. Mandaville
Making Muslim Futures in Europe: Religious Knowledge & Politics PDFLogo

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Sabine Gieske (Projektträger im DLR für das BMBF)
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Den Auftakt zu der internationalen Konferenz Living Islam in Europe: Muslim Traditions in European Contexts, die ihrerseits den Abschluss des Forschungsprojektes Muslims in Europe and Their Societies of Origin in Asia and Africa bildete, gab Peter Mandaville (George Mason University, Fairfax, USA) mit seinem reichhaltigen Eröffnungsvortrag Making Muslim Futures in Europe: Religious Knowledge & Politics im Simon-Bolivar-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin.
Im Zentrum der Betrachtungen stand hierbei vor allem die unterschiedliche Zukunftsgestaltung von jungen Muslimen in Westuropa. Zwischen Anpassung und Erneuerung gestalten sich die Bewältigungsstrategien unterschiedlich. Dabei geht es laut Mandaville vor allem die Neubelebung jahrhundertealter Traditionen. Die große Diversität innerhalb der westeuropäischen säkularen  Gesellschaften bezieht sich auch auf die islamische Jugend. Ein ausreichendes Verständnis für Verhaltensstrategien der betreffenden Akteure kann Mandaville zufolge jeweils nur unter Berücksichtigung ihrer Verhältnisse zu ihrer jeweiligen Religion herausgebildet werden. Dabei ist in Bezug auf junge Muslime in Westeuropa zu beachten, dass diese große Differenzen zu den Verhaltensweisen der vorherigen Generation aufweisen und dennoch in engem Bezug zu den Traditionen des jeweiligen Herkunftslandes stehen. Der so genannte ‚neue Islam’ lässt Fragen zu und gilt gemeinhin als dynamisch. Islamische Identität wird mittels politischer und / oder gesellschaftlicher Partizipation und Teilhabe zum Ausdruck gebracht. Wie Islam und Kapitalismus sich in Zukunft gegenüberstehen (können), wurde als die zentrale Frage formuliert.

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Peter Mandaville (George Mason University) hält den Eröffnungsvortrag
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Peter Mandaville im Gespräch mit dem Publikum
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Das Plenum im Simon-Bolivar-Saal und einige Wissenschaftler des Verbundprojekts „Muslime in Europa"
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Dietrich Reetz (ZMO, Leiter des VP „Muslime in Europa) eröffnet die Konferenz
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Dietrich Reetz und Peter Mandaville im Gespräch miteinander...
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...und mit dem Publikum

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8. Mai 2009,
1. Tag der Internationalen Abschlusskonferenz des Verbundprojekts "Muslims in Europe and Their Societies of Origin in Asia and Africa" am Leibniz-Zentrum Moderner Orient (ZMO) in Berlin

Projektmitarbeiter Thomas K. Gugler (ZMO) beim Vortrag
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Der erste Konferenztag hatte die islamischen Akteure und Institutionen in Europa zum Thema und wurde von Kai Kresse (Vizedirektor des Leibniz-Zentrums Moderner Orient, Berlin) eröffnet.
Die anschließenden Kurzvorträge innerhalb der Panels zu spezifischen Dachthemen gewährten dem Fachpublikum einen jeweils kurzen, aber prägnanten Überblick.
Das erste Panel hatte die spezifischen Strategien und Aktivitäten der Mobilisierung der verschiedenen, den islamischen Missionierungsbewegungen zuzuordnenden Akteure und Institutionen im Blick; ebenso standen deren für europäische Räume entwickelten Konzepte im Zentrum der Betrachtungen. Hierzu sprachen Dietrich Reetz (Leibniz-Zentrum Moderner Orient, Berlin) und Thomas Gugler (Leibniz-Zentrum Moderner Orient, Berlin) sowie Andrea Lathan (Universität Halle), Sadek Hamid (Universität Chester) und Nina Wiedl (Ben Gurion Universität); Abdulkader Tayob (Universität Kapstadt) stand im Anschluss an das von Aslam Fataar (Western Cape Universität) moderierte Panel als Diskutant zur Verfügung.
Das zweite Panel nahm in erster Linie die unterschiedlichen Formen und Institutionen der islamischen Bildung(-sformen) in den Blick. Empirische Studien und Datensätze aus verschiedenen westeuropäischen Ländern lieferten den Diskussionsstoff für das von Wolfram Weiße (Universität Hamburg) moderierte Panel. Firdaous Queslati (ISIM Leiden), Jeannette Spenlen (Frankfurt), Inga Niehaus (Universität Hamburg) und Melanie Kamp (Leibniz-Zentrum Moderner Orient, Berlin) ermöglichten es dem Publikum, die Thematik aus interdisziplinären Blickwinkeln zu betrachten. Anschließend diskutierte Yusef Waghid (Stellenbosch Universität) die Beiträge.
Im dritten und letzten Panel des Tages standen ausgewählte Erscheinungsformen der islamischen Praxis in ganz Europa im Zentrum der Analyse. Dabei rückte die Diversität der anerkannten islamischen Autoritäten, aber auch die Vielfalt der kulturellen Praxen ins Zentrum der Betrachtungen – stets unter Berücksichtigung der multiplen Identitäten der Individuen.
Melanie Kamp moderierte das Panel, in dem Mohammad Amer Morgahi (ISIM Leiden), Nathal M. Dessing (Universität Leiden), Susanne Kröhnert-Othman (Universität Bielefeld) und Esra Özyürek (Universität Kalifornien) ihre unterschiedlichen Beiträge lieferten. Der Diskutant Rahul Peter Das (Universität Halle) kommentierte diese im Anschluss.

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Peter Mandaville (George Mason University), Sabine Gieske (Projektträger im DLR für das BMBF) Projektmitarbeiterin Schirin Amir-Moazami (Viadrina Universität) (v.l.)
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Projektarbeiterinnen Melanie Kamp (ZMO) und Inga Niehaus (Universität Hamburg) im Publikum (v.l.)
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Inga Niehaus beim Vortrag
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Das Panel  „Islamic Practice of Organized Muslims“ (v.l.): Amer Morgahi (ISIM, Leiden), Nathal Dessing (Universität of Leiden), Susanne Kröhnert-Othman (Universität Bielefeld), Esra Özyürek (UC San Diego), Melanie Kamp (ZMO)
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Abdulkader Tayob (University of Cape Town), Discussant des Panels „Islamic Mission“
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Wolfram Weiße (Universität Hamburg) und Yusef Waghid (Stellenbosch University) im Gespräch

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9. Mai 2009,
2. Tag der Internationalen Abschlusskonferenz des Verbundprojekts "Muslims in Europe and Their Societies of Origin in Asia and Africa" am Leibniz-Zentrum Moderner Orient (ZMO) in Berlin

Das Leibniz-Zentrum Moderner Orient (ZMO) im denkmalgeschützten Gebäude "Mittelhof"
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Der zweite Tag stand im Zeichen der Analyse des translokalen Charakters der islamischen Mobilisierung in Europa. Frank Peter (Viadrina Universität Frankfurt / Oder) moderierte das erste Panel, das die sozialen, politischen und gesetzlichen Konditionen in den Blick nahm, unter denen sich islamische Gemeinschaften in öffentliche Räume (in Europa) niedergelassen haben. Aus einer komparativen Perspektive behandelten die Kurzvorträge die historisch geformten Konzeptionen von Staat, Religion und nationaler Identität. Auch Migrationspolitik in diversen europäischen Kontexten und die Frage nach deren Einfluss auf aktuelle Formen der politischen Partizipation muslimischer Minderheiten standen im Zentrum der Diskussion. Tuomas Martikainen (Abo Akademi Universität, Finnland), Melanie Adrian (Harvard Universität), , Loubna el-Morabet (ISIM Leiden) und Malcolm Voyce (Macquarie Universität Sydney) beleuchteten die Thematik nicht nur aus interdisziplinärer, sondern auch aus interkultureller Perspektive; Christine Jacobson (Universität Oslo) diskutierte anschließend die Beiträge.
Das zweite Panel des Tages stellte aktuelle Verschiebungen bezüglich der politischen Strategien in das Zentrum der Betrachtungen. Wie können islamische Minderheiten in europäisch-säkulare Prozesse integriert werden? Hierauf gaben Kerstin Rosenow (Ruhr University Bochum), James Gibbon (Princeton University) sowie Ahmet Yükleyen (University of Mississippi) und Gökçe Yurdakul (Humboldt Universität zu Berlin) unter der Moderation von Schirin Amir-Moazami (Viadrina Universität Frankfurt / Oder) aus interdisziplinärer Perspektive mögliche Antworten. Werner Schiffauer (Viadrina Universität Frankfurt / Oder) diskutierte anschließend die dargestellten Beiträge.
Schlussendlich wurde im letzten Panel die Geschlechterperspektive in den Vordergrund gerückt. Translokale Prozesse der Gemeinschaftsbildung und die Vielfalt der kollektiven sowie der individuellen Bewältigungsstrategien wurden dabei herausgestellt. Pia Karlsson Minganti (Universität Stockholm) entfaltete das Verhältnis von säkularem Feminismus und muslimischen Aktivistinnen in Schweden; Riem Spielhaus (Humboldt Universität zu Berlin) stellte ausführlich die Genesis eines muslimischen Bewusstseins in der Bundesrepublik Deutschland dar. Schirin Amir-Moazami (Viadrina Universität Frankfurt / Oder) nahm sich der Geschlechterperspektive in der Organisation Milli Görus an; Frank Peter (Viadrina Universität Frankfurt / Oder) betrachtete die französischen Banlieus. Die Beiträge dieses Panels diskutierte Wilfried Spohn (Universität Göttingen).
Die Abschlussdiskussion machte allen Teilnehmenden noch einmal deutlich, wie vielfältig sich Islam und islamisches Leben in Europa gestaltet. Die Diversität diesbezüglich lässt die wissenschaftliche Erfassung als ein ebenso interessantes wie auf Interdisziplinarität angewiesenes Projekt erscheinen.

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Das Panel „Muslim Subjectivities in European Liberal Public Spheres” (v.l.): Frank Peter (Viadrina, Frankfurt/Oder), Pia Karlsson Minganti (Stockholm University), Schirin Amir-Moazami (Viadrina, Frankfurt/Oder), Willfried Spohn (Universität Göttingen), Dietrich Reetz (ZMO)
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Christine Jacobsen (University of Oslo), Discussant des Panels „European Nation-States and Their Modes of Governance of Islam”
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Werner Schiffauer (Viadrina, Frankfurt/Oder), Discussant des Panels “(Trans)nationality, Immigration and the Securitization of Islam in Europe”
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Plenum im großen Konfrenzsaal (vorne links: Projektteilnehmerin Andrea Lathan, Universität Halle)
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Projektteilnehmerin Schirin Amir-Moazami (links) und Discussant Willfried Spohn (Universität Göttingen)
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Vortragende Riem Spielhaus (Humboldt Universität) und Projektteilnehmer Frank Peter
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Fragen aus dem Publikum (hier: Abdulkader Tayob)
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Kerstin Rosenow (Ruhr-University, Bochum) und  James Gibbon (Princeton University), Teilnehmer des Panels “(Trans)nationality, Immigration and the Securitization of Islam in Europe”

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