Podcast

ZMO kitchen talks

Die 'kitchen talks' sind ein Podcast rund um die Forschung am ZMO: Historische sowie sozial- und kultur-anthropologische Feldforschung im Nahen Osten, Eurasien, Süd- und Südost-Asien. Bei einer Tasse Kaffee oder Tee sprechen wir über Forschungsfragen, -regionen und Methodik. Wir werfen auch einen Blick hinter die Kulissen akademischer Praxis – auf persönliche Reflektionen, Herausforderungen, gescheiterte Forschung und unerwartete Ergebnisse.

Episode 15

In dieser Folge spricht die Programmleiterin des Brandenburg Museums für Zukunft, Gegenwart und Geschichte, Dr. Katalin Krasznahorkai mit der Künstlerin Sonya Schönberger und der Südasienwissenschaftlerin Dr. Heike Liebau, die neben einer Forschungsgruppe am ZMO das Projekt „Das moderne Indien in deutschen Archiven, 1706–1989“ leitet. Sie sprechen über die gemeinsam entwickelte Gangaram Gurung Videoinstallation, dem Ergebnis einer mehrjährigen Spurensuche über die Lebensgeschichte eines nepalesischen Kolonialsoldaten, der im Ersten Weltkrieg im sogenannten „Halbmondlager Wünsdorf“ interniert war.

Was passiert, wenn Archive und Ateliers zusammenkommen, wenn Biografien und historische Brüche aus zwei sehr unterschiedlichen Perspektiven gelesen werden?

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Episode 14

Dr. Frédérick Madore, Postdoktorand am ZMO Berlin, arbeitet an der Schnittstelle zwischen Afrikastudien, Islamwissenschaft und Digital Humanities. Auf der Grundlage von Feldforschung und Archivrecherchen, die er seit 2013 durchführt, entwickelt er die Islam West Africa Collection – ein frei zugängliches digitales Archiv mit mehr als 14.500 Dokumenten zur islamischen Druckkultur und zum Leben der Muslime in Westafrika. In dieser Folge untersuchen wir, wie künstliche Intelligenz die Forschungspraxis verändert: Wie kann KI die historische und ethnologische Forschung unterstützen – und wo liegen ihre Grenzen? Und wie könnte KI die Zukunft der Geisteswissenschaften verändern – indem sie neue Möglichkeiten eröffnet, aber auch drängende Fragen zu Sprachgerechtigkeit, Digitalisierungslücken und akademischer Verantwortung aufwirft?

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Episode 13

Die Nahosthistorikerin Prof. Dr. Ulrike Freitag, Direktorin am Leibniz-Zentrum Moderner Orient und Professorin für Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin forscht und publiziert seit Anfang der 2000er Jahre in und zu Saudi-Arabien. In dieser Folge spricht sie darüber, wie sie dazu gekommen ist, zu Saudi-Arabien zu forschen und über die Veränderungen, die sie dort selbst erlebt hat. Außerdem geht es um die wachsende Tourismusbranche und die Entwicklung von sogenannten Giga-Projekten, wie der Transformation der historischen Oasenstadt Al-Ula zu einer touristischen Hochburg. Welche Akteure treiben solche Projekte voran und wie steht die lokale Bevölkerung dazu? Inwieweit geben Giga-Projekte wie dieses Einblicke in die Logik von Vision 2030 insgesamt?

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Episode 12

Die Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Nora Derbal (Universität Hamburg) forscht zur saudischen Zivilgesellschaft und publiziert zu Themen wie Jugendkultur, Teilhabe von Frauen, Popkultur und NGOs. Im Jahr 2022 erschien ihr mehrfach ausgezeichnetes Buch, Charity in Saudi Arabia: Civil Society under Authoritarianism, bei Cambridge University Press. Im Oktober 2024 veranstaltete Nora gemeinsam mit Ulrike Freitag (ZMO) und Dominik Krell (Universität Oxford) eine Konferenz zum Thema "Recht und Gesellschaft in Saudi-Arabien" am ZMO. In dieser Folge spricht sie darüber, wie sich der Wandel in Recht und Gesellschaft, den wir in Saudi-Arabien in diesen Tagen beobachten können, auf ihre Forschung auswirkt. Wie beeinflussen rechtliche Reformen die Gesellschaft? Und was sind die wichtigsten Fragen, die sich in Zukunft in Bezug auf Recht und Gesellschaft in Saudi-Arabien auftun?

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Episode 11

Dr. Arpan Roy ist Marie-Skłodowska-Curie-Postdoktorand am ZMO, dessen aktuelle Forschung sich um Theologien der „Mission“ im arabischen Christentum dreht. In dieser Folge spricht Dr. Sonja Hegasy, stellvertretende Direktorin des ZMO, mit ihm über das syrisch-katholische Kloster Deir Mar Musa al-Habashi in Syrien und seinen Gründer, den italienischen Priester Paolo Dall'Oglio, der eine einzigartige Praxis des muslimisch-christlichen interreligiösen Dialogs entwickelte, die er Badaliyya nannte. Zwei Jahre nach Beginn des Syrienkriegs im Jahr 2011 wurde Dall'Oglio entführt, als er versuchte, einen Dialog mit der militanten Gruppe Islamischer Staat (ISIS) zu führen, und wurde seitdem nicht mehr gesehen. Dr. Roy erörtert die theologische Beziehung zwischen Dall'Oglios klösterlicher Praxis und seinem Engagement mit militanten islamistischen Gruppen und berichtet von einigen ethnografischen Momenten und Motiven, die seine Forschung antreiben.

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Episode 10

Die Politikwissenschaftlerin Dr. Noura Chalati (Universität Erfurt, ZMO) forschte zu den Beziehungen zwischen ostdeutschen und syrischen Geheimdiensten während des Kalten Krieges (1960-1990). Ihre Dissertation hat sie genau einen Monat vor dem Fall des Assad Regimes am 8. Dezember 2024 verteidigt. In dieser Folge spricht sie sowohl über die jüngsten Ereignisse in Syrien, als auch darüber, wie die historischen Beziehungen der DDR und Syrien zustande kamen und von welchen Interessen sie geleitet waren. Wie gestaltete sich außerdem die Suche nach Archivmaterial zu den Aktivitäten der Geheimdienste? Und welchen Ausblick gibt es auf eine mögliche Aufarbeitung der Vergangenheit unter dem neuen syrischen Regime?

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Episode 9

Dr. Sana Chavoshian ist Anthropologin und arbeitet seit mehreren Jahren zu Kriegsgebieten im Iran und seit kurzem im Irak. Bevor sie 2021 ans ZMO kam, war sie fünf Jahre lang wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe „Multiple Secularities“ am Centre for Advanced Studies Leipzig und ist derzeit Stipendiatin am Käte Hamburger Kolleg „Kulturelle Praktiken der Wiedergutmachung“ an der Universität des Saarlandes. Ihr Buch „Women, Martyrs and Stones in Iran's Postwar Politics“ wird Anfang 2025 bei Edinburgh University Press erscheinen. In dieser Folge spricht Sana über ihr aktuelles Projekt über Staubwinde in den mesopotamischen Sumpfgebieten an der südlichen Grenze zwischen Irak und Iran. Wie kann Staub von einer Anthropologin untersucht werden? Und was ist der Zusammenhang zwischen den Staubwinden und den internationalen Sanktionen gegen den Iran?

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Episode 8

In dieser Folge sprechen Prof. Dr. Nora Derbal (Universität Hamburg) und Dr. Dominik Krell (Universität Oxford) anlässlich der von ihnen mit Prof. Dr. Ulrike Freitag (ZMO) organisierten Konferenz zum Thema „Recht und Gesellschaft in Saudi Arabien“, die vom 8.-10. Oktober 2024 am ZMO stattfindet. Dabei geht es in dieser Episode vorrangig um das saudische Rechtssystem, das den Forschungsschwerpunkt des Juristen und Sozialanthropologen Dominik Krell darstellt. Er gewährt Einblicke in seine Forschung für das 2024 erscheinende Buch „Islamic Law in Saudi Arabia“ (Brill). Lässt sich parallel zum gesellschaftlichen Wandel in Saudi Arabien seit 2015 auch eine Veränderung im Rechtssystem erkennen? Wie steht es um die Kodifizierung des islamischen Rechts? Und was ist die Rolle von Rechtsgelehrten heute?

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Episode 7

Zu Gast in dieser Folge ist Dr. Feyza Burak-Adli, Postdoktorandin am Fachbereich Anthropologie der Northwestern University in Evanston, Illinois, die am ZMO Gastwissenschaftlerin der Gruppe "Contested Religion and Intellectual Culture" war. Sie ist Sozialanthropologin und hat sich auf Religion an der Schnittstelle von Gender und Klasse spezialisiert. Ihr Schwerpunkt liegt auf der ethischen Selbstbildung muslimischer Frauen, beeinflusst vom Sufismus, islamischen Feminismus und weiblicher religiöser Autorität in der Türkei. In dieser Folge spricht Feyza über den Rifai-Orden, eine Sufi-Gruppe in der Türkei, die von Shaykha Cemalnur Sargut geleitet wird, einer unverschleierten weiblichen religiösen Autorität, die sowohl Männer als auch Frauen leitet. Was ist die Geschichte des Rifai-Ordens? Wie wird der Sufismus in der säkularen Türkei praktiziert, wo die Sufi-Orden immer noch gesetzlich verboten sind? Und kann die Shaykha als islamische Feministin betrachtet werden? Feyza reflektiert auch darüber, wie sich ihr persönliches Forschungsinteresse auf der Grundlage ihrer eigenen Geschichte entwickelt hat, und gibt Einblicke in ihre Feldforschungserfahrung als einheimische Ethnografin.

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Episode 6

PD Dr. Katharina Lange leitet das Forschungsfeld „Umwelt und Gerechtigkeit“ am ZMO und arbeitet vorwiegend zu Ökologie und Ressourcen in ländlichen Räumen mit einem regionalen Fokus auf Syrien und Kurdistan-Irak. Sie verknüpft in ihrer Forschung Ethnologie und Geschichte. In der Podcastfolge spricht sie mit Elisa Nobel-Dilaty über ihr bald erscheinendes Buch „Historicity, Tribality and Voice in Rural Syria“ und die der Monografie zugrunde liegende Feldforschung bei den Welde, den Bewohner*innen einer ländlichen Gegend im Euphrat-Tal zwischen Aleppo und Raqqa. Wie blicken sie auf ihre Geschichte? Wie unterscheiden sich ihre Narrative voneinander? Und was hat sich in den letzten Jahrzehnten für die Welde verändert?

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Episode 5

Dr. Maria-Magdalena Pruß ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZMO und Historikerin des modernen Südasiens. Sie hat 2019 an der Princeton University promoviert. In dieser Folge spricht Maria über ihre Forschungsarbeit in Pakistan und ihr daraus resultierendes Buch mit dem Titel „Islamic Modernism and Religious Identity in Colonial Punjab“. Die Episode wirft einen Blick hinter die Kulissen der Archivarbeit in Pakistan und zeigt, wie man Zugang zu Aufzeichnungen und Quellenmaterial erhält, ohne dabei die Forschungsmethodik und -ethik zu vernachlässigen. Außerdem geht es um die Frage „Was ist islamischer Modernismus“, die Rolle der Ahmadiyya-Bewegung sowie um regionale Unterschiede und translokale Verbindungen in der Geschichte des islamischen Modernismus in Südasien. Die Folge wird von der Affiliierten Noura Chalati moderiert.

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Episode 4

Robin Schmahl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZMO und Doktorand an der Freien Universität Berlin. Als Teil des internationalen Forschungsnetzwerks 'Historicity of Democracy in the Arab and Muslim Worlds' (HISDEMAB) liegt sein Forschungsschwerpunkt auf dem osmanischen Ägypten. Welche Deliberationspraktiken während der französischen Besatzung lassen sich zurückverfolgen und was bedeutet "Deliberation" in diesem Kontext? Was macht den Ansatz der "Historizität" einzigartig im Kontrast zu einer einfachen Betrachtung der Geschichte der Demokratie in der Region? Robin berichtet auch von seinen Erfahrungen mit Archivrecherchen in Europa und im Nahen Osten, reflektiert über die Sprachen des Materials und seine Positionalität als Forscher. Die Folge wird von Lena Herzog-Sounaye, der ehemaligen Referentin für Wissenstransfer am ZMO, moderiert.

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Episode 3

Prof. Olutayo Adesina, Gastwissenschaftler am ZMO, lehrt Geschichte an der Universität von Ibadan in Nigeria. Sein Forschungsschwerpunkt ist die afrikanische und insbesondere die nigerianische Geschichte. In dieser Folge spricht er über die Bedeutung von Anthropologie und Geschichte im Kontext dessen, was er eine "afrikanische Erfahrung" nennt. Was bedeutet es heutzutage, ein Historiker zu sein? Welche Fragen werden im Unterricht gestellt, und wie hat sich dies im Laufe der Zeit verändert? Außerdem stellt er sein Projekt "The First Frontier? Exploring the Ramifications of Hidden Histories from the Backs of Women in Southwest Nigeria" und seinen Beitrag zur "Remoboko"-Konferenz über Religiosität an westafrikanischen Universitäten vor. Die Folge wird moderiert von Dr. Anandita Bajpai, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZMO.

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Episode 2

Stefan Kirmse forscht gegenwärtig zu Legalität, Recht und Minderheiten im Russischen Kaiserreich und der Sowjetunion. Seine Forschung lässt sich in sowohl in der Geschichtswissenschaft als auch der Kulturanthropologie verorten und er beschäftigt sich geographisch hauptsächlich mit Russland, der Ukraine, Zentralasien und dem Kaukasus. Im Podcast spricht er über seine vielfältigen Erfahrungen in Archiven in Russland, der Ukraine, Armenien und weiteren Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Wie unterscheiden sich die Archive in ihrer Zugänglichkeit voneinander und was hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert? Außerdem stellt er sein neues ERC-Projekt 'Der Kampf um „Gerechtigkeit“ und „Legalität“: Minderheiten im Zarenreich und der Sowjetunion' (JUSTIMINO) vor.

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Episode 1

Die Anthropologin Hilal Alkan betrachtet Pflanzen unter den Gesichtspunkten von Vertreibung und Pflege. Sie arbeitet mit türkischen Migrant*innen, die seit den 1960er Jahren nach Deutschland gekommen sind. Welche Bedeutung haben ihre Pflanzen für sie? Wie pflegen sie sie? Wie beeinflusst das Pflanzen die Migrant*innen darin Berlin zu ihrer Heimat zu machen? Mit ihrer ethnografischen Feldforschung will Hilal herausfinden, ob die Beziehungen zwischen Menschen und ihren Pflanzen Auswirkungen auf ihr Zugehörigkeitsgefühl haben.

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In jeder Folge der ZMO kitchen talks treffen sich ein ZMO-Fellow und eine unserer Moderator*innen in der Institutsküche - dem Herzstück des ZMO - um über ihre wissenschaftliche Arbeit, Methodik und die neuesten Forschungstrends an unserem Institut zu sprechen. Die Gastgeberinnen der ersten Folgen, Noura Chalati und Lena Herzog-Sounaye, stellen sich vor und freuen sich Euch durch die nächsten Folgen zu führen. Seid gespannt!

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