Bestände / Sondersammlung

Die Bibliothek des Leibniz-Zentrums Moderner Orient umfasst einen Katalogbestand, der Bücher, Fachzeitschriften, Bild- und Tonträger und anderes publizierte Material beinhaltet, sowie eine Sondersammlung. Die Einträge der Sondersammlung werden zurzeit in das institutionelle  Repositorium des ZMO übertragen. Nachlässe, die der Bibliothek zukommen, umfassen häufig einen Teil, der als Bücher, Fachzeitschriften etc. im Katalog verzeichnet wird, sowie einen Teil, der heterogene Forschungsmaterialien beinhaltet und im Repositorium zu finden ist.

 

Im Folgenden werden beide Bibliotheksteile, der Katalogbestand und die Sondersammlung, vorgestellt:

Katalogbestand

Die seit 1992 bestehende Bibliothek des Zentrums umfasst ca. 85.000 Bände und bezieht ca. 60 laufende Zeitschriften. Sie ist als wissenschaftliche Spezialbibliothek für die Forschungsschwerpunkte des Zentrums konzipiert und konzentriert sich auf die Beschaffung von Neuerscheinungen zu historischen, ethnologischen und politikwissenschaftlichen Themen der Länder des Nahen Ostens, Afrikas, Eurasiens, Süd- und Südostasiens. Besonderes Gewicht wird auf Aktualität und Schnelligkeit bei der Beschaffung, sowie auf Veröffentlichungen gelegt, die in den betreffenden Ländern selbst erschienen sind. Alle Bücher und Zeitschriften sind im Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) sowie in WorldCat verzeichnet. Der seit Bibliotheksgründung erworbene Neubestand an Zeitschriften umfasst 292 Titel, die über den Online-Katalog sowie über die Zeitschriftendatenbank (ZDB) erfasst sind. Neben den derzeitigen Abonnements an Print-Zeitschriften bezieht die Bibliothek zahlreiche Online-Zeitschriften, verfügt über 7672 Mikrofiches, 556 Mikrofilme und einige Videokassetten bzw. DVDs.

Neben dem Neubestand von ca. 40.000 Buchtiteln umfasst der Katalog auch einen Altbestand von Nachlässen, Schenkungen und Dauerleihgaben, beispielsweise von der Teilbibliothek Akademie der Wissenschaften der DDR, dem Islamwissenschaftler Fritz Steppat oder dem Afrika-Historiker Jürgen Herzog. Zwei Büchersammlungen haben den Bestandsaufbau in besonderem Maße geprägt. Zunächst wurden von der Berlin-Brandenburgischen Akademie ca. 10.000 Bände Monographien und 297 Zeitschriftentitel aus der Teilbibliothek für Deutsche und Allgemeine Geschichte der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR zur Orientalistik als Dauerleihgabe übernommen. Der zweite bedeutende Zuwachs entstand mit der Fritz und Gertraud Steppat-Schenkung im Umfang von ebenfalls ca. 10.000 Bänden an überwiegend arabischsprachigen Monographien sowie an Zeitschriften. Mit der Teilbibliothek der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR gelangten auch (z. T. arabische) Manuskripte in die Bibliothek des ZMO, u. a. eines aus dem Bereich islamisches Recht: ﻣﹸﺤﹶﻤﱠﺪﹲ ﻋﹶﻼﹶﺀﹸ ﺁﻟﹾﺪﱢﻳﻦﹺ ﺑﹾﻦﹺ ﻋﹶﻠﹺﻲﱢ ﺁﻟﹾﺤﹶﺴﹾﻜﹶﻔﹺﻲﱢ ﺁﻟﹾﺤﹶﻨﹶﻔﹺﻲﱢ ﺁﻟﹾﻌﹶﺒﱠﺎﺴﹺﻲﱢ : ﺧﹸﻼﹶﺻﹶﺔﹸ ﺁﻟﹾﻔﹸﺮﹸﻭﻉﹺ Muḥammad ʿAlāʾ-ad-Dīn Ibn-ʿAlī al-Ḥaskafī al-Ḥanafī al-ʿAbbāsī : Ḫulāṣat al-furūʿ. Das Werk wurde im Jahre 1071 der Hiǧra (1660 n.Chr.) abgefasst und trägt die Signatur 83/731. Ergänzend zu der genannten Identifikation siehe das Kolophon.

Weitere wertvolle, private Büchersammlungen, die in den Katalogbestand aufgenommen wurden, stammen von: Petra und Joachim Heidrich (Sozialgeschichte modernes Indien), Jakob Rösel (Pakistan, Sri Lanka und Indien), Peter Sebald und Trutz von Trotha (Togo), Wolfgang Zielke (Tansania), Dina Wilkowsky (Zentralasien), Reinhard Eisener (russisches, tadschikisches und usbekisches Schrifttum zu Zentralasien), Werner Ende (Wahhābīya, Zwölferschia), Harald Vocke (Libanon, Golfstaaten), Rudolf Schmidt (Türkei, Afghanistan), Klaus Kreiser (Geschichte von Edirne), Rainer Glagow (Islamwissenschaft), Heinz Albach (Islamische Revolution in Iran), Friedhelm Hoffmann (arabische Forschungsliteratur, Maghreb), Bettina Gräf (Rechtsgelehrter Yūsuf ʿAbdallāh al-Qaraḍāwī), ʿĀdil Fraiǧāt (vollständige Serien arabischer Zeitschriften), Jane Dulfaqar (Hassan Dulfaqar, Irak), Volker Perthes (vollständige Serien arabischer Zeitschriften), Götz Nordbruch (arabische Forschungsliteratur, Zeitgeschichte), dem Sultan Qaboos Higher Centre (aktuelle Publikationen aus Oman) sowie Gerdien Jonker (Muslime und Deutsche). Alle Publikationen (außer einem kleinen Teil von Ende und Rösel) sind im Online-Katalog erfasst.

Die Bibliothek verfügt auch über eine Reihe historisch bedeutender, vor allem arabischsprachiger Zeitungen und Zeitschriften.

Sondersammlung

Die Sondersammlung umfasst alle Forschungsmaterialie, die nicht im Katalog, sondern im institutionellen Repositorium verzeichnet werden. Dieser Bestand umfasst neben Forschungsschriftgut auch Plakate, Fotografien, Postkarten, Tagebücher, Mikroformen (Mikrofilme, Mikrofiches), Tageszeitungen, museale Objekte sowie verschiedene Formen von Datenträgern. Die Forschungsmaterialien stammen zum größten Teil aus Nachlässen, Schenkungen und Dauerleihgaben. Auf unserer Website ist das umfassende Forschungsmaterial von Gerhard Höpp, Horst Krüger, Fritz Steppat und vielen anderen – neben den enthaltenen großen Büchersammlungen – auf den diesen Nachlässen gewidmeten Einzel-Webseiten beschrieben (siehe die Links oben auf dieser Seite). Detaillierte Informationen zur Geschichte der Bestände, insbesondere auch der Nachlässe, finden sich in den Jahresberichten. Die bislang in einem elektronischen Findbuch verzeichneten Teile der Sondersammlung werden ab Mitte 2022 durch ein institutionelles Repositorium erfasst.

Zeitungen: Die Bibliothek stellt alle Jahrgänge der Zeitschrift ﺍﻟﻣﻨهل [al-Manhal] (Schenkung des King Faisal Centre for Research and Islamic Studies) von 1937 bis 1965 sowie der Tageszeitung ﺍﻟﺤﻴﺎﺓ [al-Ḥayāt] (Großbritannien) von Juli 2002 bis zur Ausgabe vom 23. Febr. 2009 zur Verfügung, darüber hinaus die Jahrgänge 1984-2003 von ﺍﻟﺟﺰﻳﺮﺓ [al-Ǧazīra] (Saudiarabien), ﺍﻻﻫﺮﺍﻡ [al-Ahrām] (Ägypten) von März 1986 bis Juni 1997, ﺍﻟﺜﻮﺭﺓ [aṯ-Ṯaura] (Irak) 1977-1990 lückenhaft, ﺍﻟﻘﺒﺲ [al-Qabas] (Kuwait) 1988-1990 lückenhaft, ﺍﻟﺮﻳﺎﺽ [ar-Riyāḍ] (Saudiarabien) November 1995 und Februar/März 1999, ﺍﻟﻮﻃﻦ [al-Waṭan] (Saudiarabien) Juli/August 2001, ﺍﻟﺸﺮﻕ ﺍﻻﻭﺳﻄ [aš-Šarq al-ausaṭ] (Großbritannien) Oktober/November 1993, The Jerusalem Post (U.S.A.) 1980-1981 lückenhaft.