Baraza la Kiswahili la Berlin

Promotionsforschung zu Konzepten und Praxis von Bildung und Erziehung in Sunni-Mädchenschulen in Tanga, Tanzania

Montag, 03. Februar 2020, 16 Uhr, ZMO

Baraza mit Liese Hoffmann (Berlin Graduate School of Muslim Cultures and Societies)

 

In ihrem Vortrag gab Liese Hoffmann Einblicke in den Kontext ihrer PhD-Forschung, in der sie die Konzepte und Praxis von Bildung und Erziehung in Sunni-Mädchenschulen in Tanga, Tansania untersucht. In der Präsentation lieferte sie eindrückliche ethnographische Beispiele ihrer Forschung, in der sie den Alltag muslimischer Schülerinnen in der madrasa beschreibt. Ebenso erzählte sie, wie sie diesen im Rahmen der Feldforschung begleitete, wie sie sich als Forscherin in familiären und schulischen Räumen bewegte und wie sie dort selbst zur Schülerin wurde. In dem Vortrag verortete sie die madrasa im Kontext islamischer Erziehung in Ostafrika und erläuterte die Diskurse von Lehrer*innen und Schüler*innen in Bezug auf verschiedene Formen von Schulbildung in Tansania. Ein weiterer Fokus der Forschung liegt darauf, wie die islamische Werte- und Wissensvermittlung von den Schülerinnen in Bezug gesetzt wird zu ihren persönlichen Lebensläufen und ihrer Zukunftsplanung. In der anschließenden Diskussion vertiefte die Vortragende weitere Details und Erkenntnisse der ethnographischen Forschungsarbeit als Antwort auf die interessierten Nachfragen der Zuhörenden.

Utatu wa Nne? Uchambuzi wa mitazamo mipya katika riwaya za Maficho ya Wazi Wazi (2014) na Nuru ya Jioni (2018) za Nuruddin Farah - Vierte Trilogie? Analyse einer modernen Annäherung von Nuruddin Farah’s Romanen Hiding in Plain Sight und North of Dawn

Montag, 02. Dezember 2019, 16 Uhr, ZMO

Baraza mit Obala Musumba (Humboldt-Universität zu Berlin)

In seinem Vortrag berichtete Obala Musumba über ein Kapitel seiner Doktorarbeit zu den zwei jüngsten Romanen von Nuruddin Farah. Das Kapitel behandelt die Einbeziehung von Kindesakteuren in Romanen mit Kriegshandlungen und wie sich dies in den zwei Romanen von Nuruddin Farah auswirkt. Hierbei reflektierte Obala Musumba über die postkoloniale Phase, indem er sich auf Frantz Fanon, sowie auf die afrikanischen Philosophen Mbembe, Mudimbe und andere bezog. Im Gegensatz zu Farah‘s früheren Romanen spielen sich die Handlungen dieser beiden letzten Romane nicht in seinem Heimatland Somalia ab, sondern in Kenia und Norwegen. Eine Frage, die der Sprecher zur Diskussion in die Runde warf, war, ob denn der Autor seine Hoffnung für Somalia verloren habe, bzw. die Möglichkeit eines Wiederaufbaus des Landes nur durch die Kinder Somalias, welche im Ausland, also einer kriegsfreien Umgebung aufgewachsen sind, sieht.

„Motifu ya kicheko katika fasihi ya Kiswahili: Uchunguzi wa riwaya za kipelelezi“ – „Das Motiv des Lachens in der Swahili-Literatur: Eine Untersuchung von Kriminalromanen“

Montag, 24. Juni 2019, 16 Uhr, ZMO

Baraza mit Neema Benson Sway (Universität Dar es Salaam)

Neema Benson Sway berichtete über ihre fortschreitende Doktorarbeit zum Motiv des Lachens in swahilisprachigen Kriminalromanen. Dieses Motiv wurde bisher in der literarischen Analyse von Swahili-Literatur kaum in Betracht gezogen. Amüsant und überzeugend legte Neema Benson Sway dar, wie das Lachen, sowie die verwandten literarischen Stilmittel ‚Komödie‘, ‚Witz‘, ‚Spott‘, ‚Spaß‘ und ‚Hohn‘  in diversen swahilisprachigen Kriminalromanen Verwendung finden und in verschiedenen Formen zum Ausdruck gebracht werden.

In der abschließenden Diskussionsrunde klärte die Sprecherin die Fragen der zum Teil fachfremden Zuhörer auf charmante Weise.

“Majadiliano kuhusu kitabu kipya cha Kai Kresse kiitwacho ‘Swahili Muslim Publics and Postcolonial Experience‘ (2018)” – “Diskussion über das neue Buch Kai Kresses ‘Swahili Muslim Publics and Postcolonial Experience’ (2018)”

Dienstag, 20. Mai 2019, 16 Uhr

Baraza mit Kai Kresse (Freie Universität Berlin/ZMO), Hassan Mwakimako (Pwani University, Kilifi, Kenia), Irene Brunotti (Universität Leipzig) und Clarissa Vierke (Universität Bayreuth).

In etwa zehnminütigen Beiträgen mit anschließenden Diskussionen rezensierten die Diskutant*innen das vor wenigen Monaten erschienene Buch von Kai Kresse, in dem dieser Ideen und öffentliche Debatten untersucht, die die Erfahrung, was es heißt, ein Muslim von der kenianischen Küste zu sein, geprägt und definiert haben. Bereichert wurde die Veranstaltung durch einen Videokommentar des tansanischen Professors Hamza Njozi (Muslim University of Morogoro), der Parallelen zu den Erfahrungen tansanischer Muslime zog und dem Buch gegenüber wegen seiner sensitiven Ethnografie und seiner kollaborativen Herangehensweise Anerkennung zollte.

Eine englische Übersetzung von Professor Njozis Videokommentar finden Sie hier.

„Kumbukumbu ya mshairi marehemu Ustadh Ahmad Nassir“ – „Erinnerungen an den verstorbenen Poeten Ustadh Ahmad Nassir“

Montag, 29. April 2019, 16 Uhr, ZMO

Baraza mit Abdilatif Abdalla (Universität Leipzig) und Kai Kresse (Freie Universität Berlin/ZMO)

Abdilatif Abdalla und Kai Kresse erinnerten sich gemeinsam an den am 09. Januar 2019 verstorbenen Swahilipoeten Ustadh Ahmad Nassir Juma Bhalo. Der ältere Bruder Abdilatif Abdallas wurde 1936 in der kenianischen Künstenmetropole Mombasa geboren und wurde vor allem durch seine Gedichtsbände „Malenga wa Mvita“ (Oxford University Press, 1971), „Poems from Kenya: Gnomic Verses in Swahili“ (University of Wisconsin Press, 1966), „Taa ya Umalenga“ (Kenya Literature Bureau, 1978) und seinen Epos „Utenzi wa Mtu ni Utu“ (Macmillan, 1979) bekannt. In Letzterem erläutert er den Utu-Begriff als zentral für das Verständnis des Menschen als Wesen, und skizziert eine hierauf aufbauende Ethik.

Ustadh Ahmad Nassir war im Jahr 2008 zur ersten Baraza Gast am ZMO. Nähere Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie hier.

Dr. Harrison Mwalima von der Deutschen Welle hat ein Radio-Feature zu dieser Baraza produziert. Sie können es hier anhören.

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