Ressourcenpolitik

Das Forschungsfeld fragt nach der Erschließung, Nutzung und Inwertsetzung natürlicher Rohstoffe in islamisch geprägten Gesellschaften. Aus der Perspektive der beteiligten sozialen Akteure vor Ort untersucht es, wann und wie ein Stück Land, ein Flusslauf oder ein Holzbestand seinen Wert erlangt oder ändert. Der Zugang zu überlebenswichtigen Substanzen wie Wasser und Land, ihre Kommodifizierung, Konflikte bezüglich der Ver- und Aufteilung, aber auch die praktischen Auswirkungen von Erdöl- und Uranförderung sind von alltäglicher, existenzieller Bedeutung. Im Zentrum der Betrachtungen stehen die Handlungsoptionen und Weltsichten, die lokale Akteure mit diesen Fragen verbinden. Dabei sind Veränderungen auf lokaler Ebene im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Zirkulations- und Ausgrenzungsprozessen zu sehen. Wann und wie setzen soziale Akteure solche Veränderungen in Gang, nehmen sie auf, leisten ihnen Widerstand oder fechten sie an? Auseinandersetzungen um den „richtigen“ Umgang mit natürlichen Ressourcen berühren übergreifende Fragen nach sozialer und Umweltgerechtigkeit, nach dem Verhältnis von Mensch und Natur, aber auch nach religiös-moralischen Deutungsmustern und Bewertungen.

Projekte des Forschungsfeldes

Dr. Judith Scheele:

Austausch und Zurückhaltung: Regionenbildung in der Sahara

(Alexander von Humboldt Stiftung)

Dr. Jeanne Féaux de la Croix:

Activists for a Better Future: A Comparison of Muslim Missions, Late Soviet and Contemporary Development Work in Kyrgyzstan

(bis Februar 2014)